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Selten so einen unreflektierten Artikel gelesen, wie den Kommentar von Holger Schellkopf zur Arbeitszeiterfassung in der t3n (t3n.de/news/urteil-arbeitszeit).

Wer beim Thema Arbeitszeiten behauptet, der Markt würde das schon regeln und Pseudoargumente vom Kaliber "Opa's Stechuhr" vorbringt, der sollte sich dringend aus seinem Chefsessel erheben und einen Perspektivwechsel vollziehen. 1/3

"Der Markt" kann nur regeln, wenn beide Seiten auf Augenhöhe handeln können und ein ausreichendes Maß an Beweglichkeit gesichert ist. Auf dem Arbeitsmarkt ist das schlicht nicht der Fall.

Das wird schon dadurch deutlich, wie gutsherrenartig sich manche Unternehmen trotz "Fachkräftemangel"-Theaterdonner nach wie vor verhalten. Aufschlussreich sind mancherorts vor allem die geäußerten Erwartungen in Bewerbungsgesprächen, sowie die allergische Reaktion auf so Frechheiten wie "Teilzeit" 😱. 2/3

An diejenigen, die sich durch die Erfassung ihrer Arbeitszeiten "gegängelt" fühlen: Auch wenn man selbst vielleicht in der glücklichen Situation ist, einen Arbeitgeber gefunden zu haben, dem man in solchen Fragen tatsächlich vertrauen kann, sollte man in der Lage sein, über den Tellerrand zu schauen und sich solidarisch zu zeigen mit Beschäftigten in weniger privilegierten Situationen (z.B. Bau, Pflege, Logistik). Ein-und-Auschecken tut nicht weh, ist aber solidarisch und schützt auch euch! 3/3

@lhinderberger "Zu schlechter Letzt manifestiert die aufgebackene Uraltlösung einen Ansatz, dessen Untauglichkeit längst beweisen ist: die Zeit als maßgeblichen Faktor für alle Arten von Arbeit."

Dummerweise ist in meinem Privatleben Zeit der einzig maßgebliche Faktor:

Zeit, um mit meiner Familie etwas zu tun
Zeit, um für mich etwas zu tun
Zeit, um einfach mal nichts zu tun

Ich buche meine Zeiten schon mein gesamtes Berufsleben und ich habe nie für Firmen aus Opa's Zeit gearbeitet.

@m2c_n3e Absolut! Wer der Zeit ihren Wert abspricht, lässt völlig aus den Augen, dass uns allen nur begrenzt viel Zeit gegönnt ist - niemand kann sich mehr Lebenszeit "erkaufen" (die traurige Realität, dass u.A. medizinische Versorgung vom Geldbeutel abhängt mal kurz außer acht gelassen).

Zeit ist also alles andere als wertlos, sie ist im Gegenteil das Wertvollste was wir haben. Und im Gegensatz zu Geld kann Zeit weder durch Inflation noch durch Besteuerung geschmälert werden.

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